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Die einst als Schutz gegen Hochwasser angelegten Hochtrottoirs bildeten den Ausgangspunkt der Aufwertung der Marktgasse. Heute hat sie wieder den Charakter einer Flaniermeile und Marktplatzes. (Foto: Gaëtan Bally/ Keystone)
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Das geschichtsträchtige Areal rund um die alte Mühle bietet Raum für künftige Entwicklungen in einem wertvollen baugeschichtlichen Umfeld. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Der aufgewertete Wuhrplatz macht die Langete wieder erlebbar und lädt zum Verweilen ein. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Zwischen dem Bahnhof und dem Zentrum bildete sich ab 1860 ein stattliches Villenquartier aus. Im Bild die zum Hotel und Restaurant umfunktionierte klassizistische Villa an der Murgenthalstrasse. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Innerhalb des Bildungszentrums Kreuzfeld nimmt das von Hans Klauser 1928–1930 realisierte und kürzlich fachgerecht renovierte Schulhaus eine prominente Rolle ein. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Die Verbundenheit der Bevölkerung mit der stillgelegten Porzellanfabrik birgt ein immenses Potential für eine Wiederbelebung als urbanes Subzentrum. (Foto: Gaëtan Bally/ Keystone)
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Im Betonskelettbau der Isolatorenhalle (1918) auf dem Areal der Porzellanfabrik herrscht eine fast schon sakrale Stimmung. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Der Bau des Kaufhauses leitete am Ende des 18. Jahrhunderts in Langenthal den Wandel vom Dorf zum Städtchen ein. (Foto: James Batten/ Schweizer Heimatschutz)
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Wakkerpreis

Wakkerpreis 2019 an die Stadt Langenthal (BE)

Der Schweizer Heimatschutz zeichnet die Stadt Langenthal BE mit dem Wakkerpreis 2019 aus. Das Zentrum des bernischen Oberaargaus hat nach Jahren der wirtschaftlichen Krise ein neues bauliches Wachstum erfahren, das vom Stolz auf das industrielle Erbe, von guter Planung und der Bereitschaft zum Dialog geprägt ist.

Der Zusammenbruch der traditionsreichen Porzellanfabrik Langenthal hatte eine Schockwirkung auf die Stadt. Weil auch andere bedeutende Industriefirmen schwächelten, waren an der Jahrtausendwende weit über 1000 Arbeitsstellen verloren gegangen.

Die Stadt Langenthal überwand die Krise nicht zuletzt dank einer Rückbesinnung auf die Qualitäten vor Ort und mit Mut zur Innovation. Dies zeigt sich besonders im Umgang mit dem reichen gebauten Erbe der Industriegeschichte: Fabrikareale, Arbeitersiedlungen, öffentliche Gebäude und Villenanlagen wurden systematisch inventarisiert und als zentrale Ankerpunkte für die künftige Entwicklung in der Planung festgeschrieben.

Dialog und Fachwissen fördern Qualitäten für die Zukunft
Sinnbildlich für die Herangehensweise der Stadt steht die gemeinschaftliche Testplanung für das Areal der Porzellanfabrik. Die Stadt verlangt von den Investoren Verantwortung und eine Gesamtsicht bei der Entwicklung neuer Werte, und ist im Gegenzug bereit, Fachwissen und Geld in einen Prozess einzubringen, der Qualität und Langfristigkeit sichern soll.

Auf Weitsicht und Dialog setzt die Stadt auch bei der baulichen Verdichtung in wertvollen Quartieren. In Langenthal kehrt ein Workshop-Verfahren die üblichen Prozesse um: Fachleute des Städtebaus und der Denkmalpflege bewerten ein Projekt nicht erst bei der Vorlage eines Baugesuches. Vielmehr begleiten sie Architekten und Investoren von der Ideensuche bis zur Baueingabe. Dieser relativ kostengünstige, auf kurze 60 Tage angelegte Prozess klärt Interessen und Wünsche frühzeitig und schafft im Idealfall Mehrwerte für Eigentümerschaft und Öffentlichkeit.

Das lebendige Zentrum einer ländlichen Region
Die Stadt Langenthal hat in den letzten Jahren markant in die Aufwertung der öffentlichen Räume im Zentrum und an wichtigen Achsen investiert. Dasselbe gilt für die Renovation und Aktualisierung vieler Bildungsbauten oder des Stadttheaters. Mit diesen Massnahmen erklärt die Stadt selbstbewusst, dass sie ein lebendiges und urbanes Zentrum einer grösseren ländlichen Region sein will.

> Mitteilung des Gemeinderats der Stadt Langenthal zum Wakkerpreis vom 16.01.2019

 

Die offizielle Preisübergabe fand am 29. Juni 2019 im Rahmen einer öffentlichen Feier in Langenthal statt.
> zur Bildgalerie
> zum Highlight-Video

 

Weitere Informationen zum Wakkerpreis an Langenthal: www.langenthal.ch/de/aktuelles/wakkerpreis/

 
Rückfragen:
Sabrina Németh, Projektleiterin Wakkerpreis, Schweizer Heimatschutz, Tel. 044 254 57 05
Reto Müller, Stadtpräsident Langenthal, Tel. 079 376 91 84

Weitere Aufnahmen bei Keystone (kostenpflichtig): www.keystone.ch


Über den Wakkerpreis

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) vergibt jährlich einer politischen Gemeinde oder in Ausnahmefällen Organisationen oder Vereinigungen den Wakkerpreis. Das Preisgeld hat mit CHF 20'000 eher symbolischen Charakter; der Wert der Auszeichnung liegt vielmehr in der öffentlichen Anerkennung vorbildlicher Leistung.

Erstmals ermöglicht wurde der Wakkerpreis 1972 durch ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker an den Schweizer Heimatschutz. Seither sind weitere Legate eingegangen, dank denen der SHS den Preis bis heute vergeben kann.

Der Wakkerpreis zeichnet Gemeinden aus, die bezüglich Ortsbild- und Siedlungsentwicklung besondere Leistungen vorzeigen können. Hierzu gehören insbesondere das Fördern gestalterischer Qualität bei Neubauten, ein respektvoller Umgang mit der historischen Bausubstanz sowie eine vorbildliche Ortsplanung, die Rücksicht auf die Anliegen der Umwelt nimmt. 

Über den jeweiligen Preisträger entscheidet die Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten des Schweizer Heimatschutzes auf Antrag des Vorstands.

Die Kommission Wakkerpreis empfiehlt den jeweiligen Preisträger zuhanden des Vorstands. Mitglieder der Fachkommission für den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes: 

  • Daniela Saxer, dipl. Architektin ETH/SIA (Vorsitz), Zürich
  • Pierre Feddersen, dipl. Architekt ETH/SIA, Zürich
  • Dr. Brigitte Moser, Kunsthistorikerin, Zug
  • Christian Bischoff, dipl. Architekt ETH, Genf
  • Stefan Koepfli, Landschaftsarchitekt BSLA, Luzern