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Der Stadteingang ist eine Visitenkarte: Mit der neuen Gewerbe- und Wohn- überbauung Mühle, das Resultat eines privaten Architekturwettbewerbs, ist es gelungen, neue Nutzungen in die Altstadt zu bringen, die Parkierung optimal zu lösen und zugleich den Stadteingang aufzuwerten. (Foto: F. Karrer/Schweizer Heimatschutz)
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Freiräume im Ortskern aufwerten: Die geschickte Anordnung der beiden Gebäude der Gewerbe- und Wohnüberbauung Mühle liess neue Freiräume am Rand der Altstadt entstehen, die sich sorgfältig in den historischen Bestand integrieren und ihn aufwerten. (Foto: F. Karrer/Schweizer Heimatschutz)
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Alt und Neu: Proportionen und Ausrichtung des neuen Einfamilienhauses am Rande des Weilers Kirchbühl fügen sich in moderner Formensprache in das Ortsbild von nationaler Bedeutung ein. Aus Respekt für das ländliche Gepräge des Weilers wurde auf gärtnerische Eingriffe im Aussenraum verzichtet. (Foto: F. Karrer/Schweizer Heimatschutz)
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Sorgfältig erhalten und neu nutzen: In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege konnte das einstige Rathaus mustergültig renoviert und zum Museum und Mehrzweckgebäude mitten in der Altstadt umgenutzt werden. (Foto: F. Karrer/Schweizer Heimatschutz)
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Ensemble erhalten: Das Kirchenensemble St. Martin auf Kirchbühl gehört zu den ältesten Kirchen des Kantons Luzern. Sorgfältig restauriert bildet es gemeinsam mit dem Weiler ein beeindruckendes Ortsbild von nationaler Bedeutung. (Foto: F. Karrer/Schweizer Heimatschutz)
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Den Rhythmus aufnehmen: Ein Neubau anstelle einer Baulücke und zwei Ersatzneubauten ergänzen die Häuserzeile an der Oberstadtstrasse in zeitgemässer Architektursprache. Der Rhythmus der traditionellen Öffnungen wird aufgenommen und den heutigen Anforderungen angepasst, ohne aus der Reihe zu tanzen. (Foto: Gaetan Bally/Keystone)
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Wakkerpreis

Wakkerpreis 2017 an die Stadt Sempach (LU)

Der Schweizer Heimatschutz würdigt die Stadt Sempach mit dem Wakkerpreis 2017. Die Luzerner Kleinstadt erhält die Auszeichnung für die sorgfältige und zeitgemässe Weiterentwicklung ihrer historischen Ortskerne von nationaler Bedeutung und für die breit verankerte Diskussionskultur über das Bauen und Planen in der Gemeinde.

Die Stadt Sempach pflegt seit vielen Jahren eine gelebte Diskussionskultur über das Bauen und Planen in der Gemeinde. Diese Bereitschaft zum Dialog hat das Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert des gebauten Erbes geschärft und ermöglicht innovative Lösungen für eine qualitätsvolle Siedlungsentwicklung.

Besonders sichtbar wird dieses Engagement für Baukultur in den beiden Ortskernen von nationaler Bedeutung – der Altstadt und dem Weiler Kirchbühl – wo bestehende Werte gepflegt werden und zugleich Neubauten entstehen können, die einen Beitrag an die Lebensqualität vor Ort leisten.

Partizipation – Betroffene zu Beteiligten machen
Die intensiven Bemühungen der Behörden, frühzeitig mit Bauwilligen das Gespräch zu suchen, eröffnet neue Möglichkeiten für alle Seiten: Anstatt mit standardisierten Bauvorschriften Schlechtes zu verhindern, fördert die Stadt durch eine aktive und professionelle Beratung massgeschneiderte städtebauliche und architektonische Lösungen, die einen Mehrwert für alle generieren.

Ein Schlüssel zum Erfolg sind Architekturwettbewerbe oder andere Planungsverfahren von Privaten und der öffentlichen Hand, die verschiedene Ideen von Fachleuten miteinander in Konkurrenz stellen und vergleichbar machen. Ganz im Sinne einer transparenten Kommunikation werden die Resultate der Planungen öffentlich vorgestellt. Ebenso fördert die Stadt partizipative Verfahren, die mehrere Grundeigentümer eines Gebietes an einen Tisch bringt, um die gemeinsame Entwicklung ganzer Quartiere voranzutreiben.

Die historischen Ortskerne erhalten und sorgfältig ergänzen
Damit die Lebensqualität in den historischen Ortskernen langfristig erhalten bleibt, ist eine gute Umsetzung bis ins Detail nötig. Hierfür verfügt die Stadt Sempach über eine kompetente Fachkommission, die sämtliche Bauprojekte in den sensiblen Ortsbildern von nationaler Bedeutung beratend begleitet. Ziel ist es, die gebaute Identität zu bewahren und zugleich auf sich verändernde Bedürfnisse der Bevölkerung und des Gewerbes im Zentrum reagieren zu können.

Durch ein präzises Baureglement, ein ausführliches Inventar der schützenswerter Bauten sowie das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz ISOS besteht Klarheit, wo die sensiblen und wertvollen Bereiche und Einzelbauten liegen. Dank einer guten Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege, aber besonders auch durch vorbildliche Renovationen, hat die Stadt eine Basis geschaffen, um das baukulturelle Erbe auch in Zukunft mit Sorgfalt zu erhalten.

Für Baukultur vor Ort begeistern
Besonders würdigt der Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis die Behörden und die Politik der Stadt Sempach, die sich umfassend und tatkräftig für die Förderung der Baukultur vor Ort einsetzen. Die Stadt begnügt sich nicht mit einem guten Baureglement, das ernsthaft umgesetzt wird. Das gelebte Engagement reicht deutlich weiter – etwa in Form von öffentlichen Podiumsgesprächen mit der Bevölkerung, Publikationen oder gezielter Medienarbeit.

Die offizielle Preisübergabe findet am 24. Juni 2017 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

Rückfragen:
Sabrina Németh, Projektleiterin Wakkerpreis Schweizer Heimatschutz, Tel. 044 254 57 05, sabrina.nemeth(at)heimatschutz.ch
Adrian Schmid, Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz, Tel. 076 342 39 51
Franz Schwegler, Stadtpräsident Sempach, Tel. 079 500 96 65
Mary Sidler Stalder, Bauvorsteherin Sempach, Tel. 078 677 11 20

Der Pressetext und sechs Fotografien in Druckqualität können hier heruntergeladen werden. Weitere Aufnahmen werden von Keystone bereitgestellt.

Über den Wakkerpreis

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) vergibt jährlich einer politischen Gemeinde den Wakkerpreis. Das Preisgeld hat mit CHF 20'000.- eher symbolischen Charakter, der Wert der Auszeichnung liegt in der öffentlichen Anerkennung vorbildlicher Leistung.

Erstmals ermöglicht wurde der Wakkerpreis 1972 durch ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker an den Schweizer Heimatschutz. Weitere seither eingegangene Legate erlauben es dem SHS, den Preis bis heute vergeben zu können.

Der Wakkerpreis zeichnet Gemeinden aus, welche bezüglich Ortsbild- und Siedlungsentwicklung besondere Leistungen vorzeigen können. Die Auszeichnung von Stein am Rhein, Guarda, Ernen etc. in den 1970er Jahren erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Erhaltung historischer Zentren nicht selbstverständlich war. Im heutigen Fokus stehen Gemeinden, die ihren Siedlungsraum unter zeitgenössischen Gesichtspunkten sorgfältig weiterentwickeln. Hierzu gehören insbesondere das Fördern gestalterischer Qualität bei Neubauten, ein respektvoller Umgang mit der historischen Bausubstanz sowie eine vorbildliche, aktuelle Ortsplanung.

Wakkerpreisbroschüre

Büchlein und Faltblatt „Wakkerpreis 2017: Sempach (LU)“

 

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Tagung: Wakker im baukulturellen Alltag

Am 6. Dezember moderiert Karin Salm in der Festhalle Seepark in Sempach eine Tagung, in der zum Abschluss des Wakkerjahres Rückblick gehalten und anhand von vier Referaten und einer Podiumsdiskussion auf baukulturelle Themen eingegangen wird.
 

> Einladungskarte mit Programm (pdf)

Kriterien

Kriterien für die Auszeichnung mit dem Wakkerpreis.

 

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Übersicht

Die Wakkerpreise seit 1972.

 

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